Schröpfen

Schröpfen

Das Schröpfen zählt zu den ältesten Therapieverfahren und war ein wichtiges Element der antiken Medizin der Ägypter, Griechen und Römer sowie der traditionellen Medizin Chinas, dem Ayurveda Indiens und der Medizintraditionen des Orients, Afrikas und Südamerikas. Verwendet wurden häufig Bambusrohr, Tierhörner, Keramik, Silber, Bronze, Kupfer oder Glas. Heute kommen Gläser / Kunststoffgefäße mit und ohne Gummiball oder Pumpe zum Einsatz. Schröpfen zählt aus erfahrungsheilkundlicher Sicht zu den ausleitenden Verfahren, deren Ziel es ist, schädliche Stoffe oder krankmachende Substanzen aus dem Körper zu entfernen.Unterschieden werden blutiges Schröpfen, trockenes Schröpfen und die Schröpfkopfmassage. Beim Schröpfen werden unter Vakuum stehende Schröpfgefäße auf ausgewählte Zonen der Haut aufgesetzt.

Aus wissenschaftlicher Sicht verbessert das Schröpfen segmental reflektorisch die Fließeigenschaften des Blutes und damit die Mikrozirkulation von Haut- und Muskulatur, sowie den Lymphfluss und den Stoffwechsel im behandelten Hautareal. Zudem lockert Schröpfen in der betreffenden Region myofasziale Verspannungen und Verhärtungen und lindert Schmerzen. Mittels Stimmulierung ausgewälter Zonen (v.a. neurovegetativer Rezeptoren am Rücken) werden via cutiviszeraler nervaler Reflexbögen innere Organe und Organsysteme aktiviert und balanciert. Außerdem wird durch das Schröpfen das Immunsystem angeregt und das Nervensystem harmonisiert (vegetative Umstimmung). Anwendung findet das Schröpfen v.a. bei Verspannungen, Krampfneigung und zur Schmerzlinderung im Nacken-, Schulter- und gesamtem Rückenbereich, wobei oft sofortige Verbesserungen zu beobachten sind. Weitere bewährte Indikationen sind v.a. Erkältungskrankheiten und funktionelle Organbeschwerden.